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четвртак, 5. јул 2012.
понедељак, 19. март 2012.
понедељак, 20. јун 2011.
Fabian Tietz: Der Mensch hat keinen Hafen
Der Mensch hat keinen Hafen
Wie seine großen Fliederklauen kratzen auf dem Asphalt ist blutgerinntes Leben verkommen zu einem Fleck aus alten Gerüchen der neuen wankenden Zeit in mir bröckelt der Teer aus hölzernen Regalen stürzen Bücher geben und nehmen seine Energie in meinem Kopf der Unzulänglichkeit vor dem was auf den Blättern an den aderlosen Ästen noch kommen mag ergebe ich mich diesem Fluss und erlasse alle Regeln der Konstruktion in diesen Zeilen deiner Hände.
Fabian Tietz
среда, 16. јун 2010.
Fabian Tietz: Unvollendet für einen Freund
| © by Clayton Brothers (moloko+ magazine) |
Unvollendet für einen Freund
Wenn der Rücken bricht
zerreißen Knochensplitter
die feinen Muskeln
des Herzens,
die Beine werden taub,
die Lippen schmerzverzerrt
die Leber zu Prometheus´ Qualen.
Auch wenn die Krallen des Teufels
dein Gesicht zerkratzen
wird das Blut sich verteilen
und junge Seelen tränken
mit deinem Bild
aus Sanftheit.
Sie werden Buchstaben finden,
die ihnen sonst fremd gewesen.
Sie werden Wut entdecken
wo sie nie war.
Sie werden leben
wie sie nie gelebt.
Wer um sein Leben schreibt,
wird niemals, niemals sterben!
Wer um sein Schreiben lebt,
den wird es immer geben!
Fabian Tietz
понедељак, 31. мај 2010.
недеља, 28. фебруар 2010.
недеља, 24. јануар 2010.
среда, 25. новембар 2009.
Trockene Augen
| © by Susanne Meyer - Ort des Grauens |
Trockene Augen
Unverdautes wieder oben
frisst sich erneut in die offenen Wunden
verletzte Seele
von Realität getreten
weint der Bauch.
Wieder sterben die Toten.
Scherben von Brillengläsern
im Fußfleisch der Fotografin.
Meine Beine zittern
unaufhaltbare Zukunft.
петак, 25. септембар 2009.
…viel mehr als Kommentare: Gabriele Brunsch & Fabian Tietz
| © by Петър Дилов (Petar Dilow) |
Kontraste
herbst - sonnendurchwirbelt weich und wild
du wühlst mich auf, ich wache ungestillt
mit meinen lippen schlürf ich deinen seim
aus farben - lass mich trunken sein
mich dürstet nach dem dunklen duft
von erde und verfall, verfall vergehen,
gesättigt bin ich nimmermehr,
als müsst ich hundertfach in dieser süßen luft
von todessehnsucht angefasst am rand
vom reichen jahr ermattet lässig stehen
und denken, wär das denn so schwer
dies kleine stück zu gehen?
was bleibt? ein satz vielleicht,
ein epitaph aus zahl und wort,
und efeuranken blattdurchpulst...
empfindung fühlbar ungetrübt,
die sinne klar - ein ozean, ein meer -
ist ein gewand aus lichtblau-grün,
kühl-wasser-grün-und kühl so kühl,
und körperweiche kühle haut,
im wassergrünen kühlen grün, umspült
- wie schwimmst du aus dem neer,
undine, zartes flüssiges gespinnst,
unwesenhaft nicht mensch nicht fisch,
bist alles gleichsam willentlich
und schwimmst...
von sonnenlicht und glanzgeflecht,
von glitzerglanz und funkentanz,
durchspült verharrst du plötzlich eisig-kühl,
verharrst, und starrst, und starrst...
du bist so feige, ahnungsloser leib,
du kränkelst, lustbetonte note,
verweichlicht, eingedickt der mut,
schon tänzelst du, verstrickt
vertäut,
verankert und verkettet,
verzweifelt aufgeknüpft und lau die glut...
ha!!
ein riesenhafter schoß sind deine meere welt
in die der zeitgeist kotzt, ein ausgekochtes spiel,
vereinzelt stehen ratlos kleine felsenstädte,
im sonnenlicht, verzagt,
der blick geheftet, starr, der leib geschändet,
im flötenklang und trommelwirbelorchestralgewendet
stehst nackt du da,
ein stückchen zeit - du erdenteil -
im jetzt verendet
...
sei nicht vermessen,
was soll das, verendet?
die welt sie lebt und ist ne loveaffair
du hörst das klatschen hundertfacher wellen,
und hauchst beglückt: "was will ich mehr...!"
verschwendet?
Gabriele Brunsch
| © by Петър Дилов (Petar Dilow) |
Die Bitterkeit bitter verbittert ins im aus Leben und dem Leben getragen von den kalkenden Schultern mit Spuren der Riemen im Vergessen erlischt nichts weiter als das Glück verdammt den Menschen zur Dummheit ohne Augen für die taube Welt des zweibeinigen Herrschers auf vier Beinen kriechend in den Tagen seiner existierenden Gleichmut resigniert der Wille für den Kampf um das Leben ohne Ausnutzen des eigenen Vorteils vor dem Nachbarn am anderen Ende der Schnur des solidarischen Verdammtseins ohne Ich.
Fabian Tietz
субота, 12. септембар 2009.
Fabian Tietz: Flussgedanke / Miroslav B. Dušanić: Flussantwort
Flussgedanke
Eine neue Verderbnis unter den ganzen die noch kommen der täglichen Lesung aus der real realen Rivalität der Realitäten vergeben dass dies alles niemals endet wenn man auch selbst am Schluss vor dem Ab nach dem Berg des Erlebens in der Welt stehend vergangen ist erkrankt das Kind in mir an Scharlach wird verdammt von der Intelligenz der Menschenköpfe in Theorie mit Liedern über die Praxis auf hohen Stelzen der Arroganzen kleiner zu bedauernder Zwerge ohne Hut auf als Schutz vor erkaltendem Wind aus den Träumen des Schreibers sich im Parallelen an Buchstaben versucht und Luft holt.
Fabian Tietz
| © by Ekaterina Owtscharowa (Екатерина Овчарова) |
Flussantwort
Um Missverständnisse auszuschließen ich kenne keine treffendere und eindringlichere Schilderung ich kann Dir gegenüber nur Mitleid empfinden das geht nun schon paar Monate die materielle Welt in der wir leben ist widerspenstig und verworren wie viele Beschäftigungen sind in dem Augenblick als der Ausbruch begann noch unterbrochen worden und immer droht dabei die gefürchtetste Berufsgefahr der Hausfrau die Schlampigkeit bald überlegen wir wo wir zu Mittag speisen könnten und wenn der Magen knurrt beenden wir sowieso solche intellektuellen Auseinandersetzungen mit uns selbst und unserer Umgebung.
Miroslav B. Dušanić
петак, 7. август 2009.
Miroslav B. Dušanić: Die Menschen sind
| © by Gergard Cern |
Die Menschen sind nichts anders als Gottes Tränen, die kalt und heiß herausquellen aus seinen Augenhöhlen, und nicht gelungene Welt überschwemmen.
Miroslav B. Dušanić
Miroslav B. Dušanić
Bald ist deine Zeit um,
bald wächst der Himmel unter dem Gras,
fallen deine Tränen ins Nirgends
Rose Ausländer
bald wächst der Himmel unter dem Gras,
fallen deine Tränen ins Nirgends
Rose Ausländer
| © by Birgit Wöhlbrandt - tränen aus eis |
Und diesen Fluten kein Damm entgegenzurichten
kein Halten der Wellen die alles versenken
Meine Tränen sind auch eine heiß, eine kalt
doch dampfen sie weg auf der Welt rissigem Teer.
| © by Thomas Grabs |
Tränen wie Honig
ergießen sich aus mir
wollen die Erde mit Süße
beträufeln – doch in Wahrheit
vermehren sie nur den Schmerz
Elsa Rieger
| © by fangtunsdoch |
...und mag der mensch sich von allen wesen gott am ähnlichsten wähnen,
so ist doch gott niemals dem menschen ähnlich. wie vermessen!
wie können wir kleinlichen zwerge das ausmaß der macht erahnen,
das ausmaß der maßlosen gewaltigen
größe, die hier ihre spuren legte
um die welt als sein von uns zu erfahrendes vermächtnis zu schaffen,
wir, wir erspüren ihn, spüren die gewalt,
spüren die größe, die schönheit, die kraft,
die größe im sein
die schönheit in der kunst
die kraft in der natur
...doch wo hört das eine auf
wo fängt das andere an...
понедељак, 3. август 2009.
Miroslav B. Dušanić: Aufgehängt
der mensch wurde fremd
der tag wurde fremd
entfremdet
in ferner
fremde
hängt
t.f.
Miroslav B. Dušanić
| © by Joachim Krause: Testamentsverlesung |
fragendes testament
t.f. hängt tief im fahlen tal
fängt freunde mit texten und faulen tomaten
und freut sich tierisch auf tausende fideln
die feurig und taumelnd
das fegefeuer töten.
Fabian Tietz
недеља, 22. фебруар 2009.
Miroslav B. Dušanić: Was haben Sie aus mir gemacht Herr Borges?
Was haben Sie aus mir gemacht Herr Borges?
/Der Blinde sieht am besten./
Der Satz „the blind man sees best“ verfolgt mich schon
längst, ich höre ihn so oft von allen Seiten, man flüstert
ihn fast alltäglich in meine Ohren in allen erdenklichen
Varianten und mir erkennbaren Sprachen…
Miroslav B. Dušanić
/Der Blinde sieht am besten./
Der Satz „the blind man sees best“ verfolgt mich schon
längst, ich höre ihn so oft von allen Seiten, man flüstert
ihn fast alltäglich in meine Ohren in allen erdenklichen
Varianten und mir erkennbaren Sprachen…
Miroslav B. Dušanić
Blind
Ich sehe die Weite, die Nähe, die Klarheit, das Schimmern, das Geben, das Nehmen, das Schreien und Wimmern, echte Wärme und Kälte, das Rennen, das Bleiben, das Atmen, das Weinen, das Lachen, das Fühlen, das Leben, das Sterben, den Sinn und den Unsinn, das Trinken und Essen, das Bitter, das Süße, die Liebe, den Hass, das Glitschige, Raue, das Trocken, das Nass, die Stille, den Wind...
...und weiter und weiter kann ich sehen das alles --
wenn meine Augen geschlossen sind.
Fabian Tietz
Schließe die Augen
Begebe mich an den Ort
Atme ihn tief ein
~
Lasse die Welt sich drehen
Hier allein bin ich daheim
© by syntaxia
Kürzlich kam ich ins Gespräch mit einem Architekten und Maler, einem Herrn, der in einigen Tagen 80 Jahre wird... Ich bemerkte erstaunt, dass er keine Brille trage. Er antwortete: "Was ich sehen will, sehe ich sehr gut ohne Brille!"
© by Claudia Jo
© by Claudia Jo
wo sehen sie hin
wo sehen sie hin
die blinden?
augen?
blicke?
was geht? es
uns?
an?
die introspektion
als instimste
der ein
sichten
geht weder die
sehenden noch
die anderen blinden
etwas an
wo sehen
wir hin mit
offenen augen
sind wir so oft
blinder als
die die nicht
sehen können
wischen lider
über pupillen
die sehen
oder nicht
aufundabundaufundab
schlag um wimpernschlag
traumverloren(e)
dreamscapes
Beatrix Brockman
| Mercedes Varela, Cartel de la Exposición: "Borges en la Biblioteca Nacional de Buenos Aires" |
Era tanta a luz
o poeta arraca os olhos
para ver melhor.
José Carlos Brandão
субота, 15. децембар 2007.
Lyrik von Fabian Tietz: "Baudelaire" aus dem Frankenland
| © by Tijana Đorđević (Тијана Ђорђевић) |
SRBIJA
Kostbare Tropfen in edlen Karaffen
getrunken mit dürstendem Blut
Daneben ein Film
und Schüsse fallen
in die innere schlohweiße Glut.
Wir reden davon und über dies
doch lassen das meiste im Leeren
Bilder verliert man
und sucht sie verzweifelt
ich kann sie nicht in mir beschweren.
Fabian Tietz
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Tijana Đorđević (Тијана Ђорђевић)
- geb. 1976 in Belgrad; sie absolvierte Studium Keramik : Fakultät für angewandte Künste Belgrad
понедељак, 4. јун 2007.
Miroslav B. Dušanić: Es gibt einen Spiegel
es gibt einen spiegel
der spiegelt lippen
oder frischen staub
und berührt alles
heimwärts-schwebende
im irren lauf
so dass sich
unsre schritte
in worte verwandeln
Miroslav B. Dušanić
Kein Spiegel
nur eine Maske
von mir
bin verschämt
und ohne Trost
verlassen
von vielen
vielleicht
wartet auf dünne Zukunft
meine Vergänglichkeit?
Fabian Tietz
Zeichnung: Die Transzendenz des Ego © by Malte von Wildenradt
geb. am 31.05.1981 in Hannover;
Studium der Philosophie an den Universitäten Göttingen,
Hannover und z.Z. Hildesheim (Philosophie-Künste-Medien);
Auszeichnung mit dem Theodor-Wolf-Preis im Jahr 2000,
verliehen d. den Bundesverband deutscher Zeitungsverleger
für die Kurzgeschichte „Schöne Jugend“
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