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2. November 2014

Achtung Verwechselungsgefahr


Der November beginnt mit Frühlingstemperaturen. Der erste Frost läßt auf sich warten und es blüht und grünt im Garten. Der Färberwaid, einst als Samen von Kirsten bei mir eingezogen, hat sich ausgebreitet und so finde ich an vielen Stellen seine Blattrosetten. Und weil nicht überall Färberwaid wachsen soll, habe ich Ende Oktober mit den frischen Waidblättern auf der wunderschönen Angorawolle von Claire Metz gefärbt. Wer Claire demnächst auf einem Markt begegnet, wird vielleicht auch den ein oder anderen Strang von mir pflanzengefärbter Wolle sehen. Morgen packe ich ein großes Paket und bin gespannt, wie Claire der Inhalt gefällt. Ich bin sehr begeistert von ihren Garnen, die eine wunderschöne Zwirnung haben.

Diese Waidfärbung führt häufig zu Erstaunen, denn mit Färberwaid wird meistens Indigoblau assoziiert. Für diese Färbung, die einen ganz spezielles Altrosa liefert, wird keine Küpe angesetzt, sondern die Blätter werden frisch gepflückt aufgekocht.
In meinem Garten muss ich genau hinschauen, denn die Rosetten der Nachtkerze ähneln den Waidrosetten auf den ersten Blick sehr. Beide wachsen im selben Beet kunterbunt gemischt. Spätestens beim Reiben der Blätter erkenne ich den Waid, der einen ganz besonderen Geruch hat, den ich nicht beschreiben kann.

Blattrosetten des Färberwaids


Angorawolle von Claire Metz

Blattrosetten der Nachtkerze



18. Oktober 2014

Dahlienknollen abzugeben


Der Herbst ist wunderbar! Meine Dahlien blühen in leuchtenden Farben. Trotzdem habe ich damit angefangen, die ersten Knollen aus der Erde zu heben, um nicht nach dem ersten Frost in Streß zu geraten (so war es im letzten Jahr, als ich bei strömenden Regen meine Knollen ausbuddeln musste). Es sind mittlerweile so viele, dass ich diese Arbeit lieber auf ein paar Tage verteile. Meine Dahlien bereiten mir jedes Jahr viel Freude, aber einige Knollen sind so riesig geworden, dass sie dringend geteilt werden müssen. Allerdings habe ich das bei diesen riesigen Exemplaren mit der Hand nicht geschafft, was am schonendsten wäre. So werde ich sie direkt vorm Verpflanzen mit dem Spaten teilen, damit die verletzten Knollen nicht unnötig lange rumliegen. Obwohl meine Dahlien viel Raum in meinem Garten einnehmen dürfen, möchte ich nun ein paar Knollen abgeben/verschenken, da ich sie nicht alle unterbringen kann. Bei Interesse bitte einfach per e-mail bei mir melden. Ich habe mir vorgestellt, "bunte" Päckchen zu packen, die ich dann im April verschicke.


 Dahlien sind herrliche Färbepflanzen. Ich liebe ihr Orange!

Dahlienblüten auf Wolle/Seide

Dahlienblüten und Färberkamille auf Sockenwolle

26. August 2014

Da lacht die Sonne . . .

Goldrute

 . . . auch wenn es regnet. In den letzten Tagen habe ich mit Goldrute und Tagetesblüten gefärbt.
Es ist wie verhext. Ich sehe überall blühende Goldruten, aber immer an Stellen, wo ich sie nicht ernten kann, z. B. Autobahnböschungen. Nun habe ich aber eine Stelle gefunden, die ich auch zu Fuß erreichen konnte. Mehr als 600 g waren es nicht, aber immerhin. Die Tagetesernte im Garten war erfolgreicher. 1200 g frische Blüten konnte ich pflücken. Wunderbar!
Jetzt habe ich grade damit angefangen, die bereits gefärbte Wolle zu waschen. 

Tagetes

Schon etwas länger fertig ist die Rainfarnfärbung auf drei Materialien. Rainfarn zu finden, ist hier überhaupt kein Problem. Zwar ist er häufig schon kurz vorm Verblühen, aber ich habe einen Feldrand entdeckt, an dem noch ganz junger Rainfarn steht. Vermutlich wurde er frühzeitig abgemäht und blüht jetzt mit Verspätung.

Rainfarn



Besonders gut gefällt mir das kühle metallisch anmutende Gelb auf Wolle/Seide.


9. Juli 2014

Das Wetter macht mir einen Strich durch die Rechnung . . .

Färberkamillenblüten

Vorgestern habe ich mit meiner kleinen Erntehelferin Färberkamillenblüten, Schafgarbe und Rainfarn vor der Blüte geerntet. Heute wollten wir färben, aber es regnet und regnet und regnet . . .
So hängt nun der Rainfarn und die Schafgarbe in Sträußen am Rosenbogen und bleiben bei dem Wetter wenigstens frisch ;-)



Fotos von den vom Hilshof zurückgebrachten Strängen, die nun in den shop einziehen können, wollte ich auch machen, aber sie laufen ja nicht weg.
Ein paar habe es aber schon geschafft. Nächste Woche werden es hoffentlich mehr werden.
Géraldine hat in launigen Worten berichtet, wie das Wollfest war.
Wer uns also sonntags nach 14.00 Uhr angetroffen hat und sich über die komischen Weiber gewundert hat: So ist frau drauf, wenn vorher fast der Pavillon weggeflogen wäre und in Windeseile alles abgebaut und provisorisch neu aufgebaut werden musste. Von der gerissenen Leine ganz zu schweigen . . .
Entschuldigt bitte also auch, wenn ich treue Leser unter den Besuchern nicht erkannt oder angemessen begrüßt habe :-)
Es gab viele nette Kontakte und am Samstag auch gemütliches Spinnen am Stand mit lieben Besuchern. Ich durfte auch ein paar tolle Dinge mit nach Hause, bzw. in die Werkstatt schleppen, dazu später mehr.

Schafgarbe und Rainfarn

15. Oktober 2013

Spannend . . .


 . . . ist es jedes Mal, wenn ich eine Färbung das erste Mal ausprobiere.


Wir haben im Garten eine Feige. Als bewurzelten Ableger bekamen wir sie von Freunden geschenkt und pflanzten sie 2007 vom Topf in den Garten. Seitdem hat sie jeden Winter überstanden. Viele Äste sterben im Winter ab, aber der Neuaustrieb, manchmal erst im Juni, ist jedes Mal sehr kraftvoll. In einem Jahr kamen wir in den Genuss, dass die Feigen vor dem ersten Frost reif wurden.
Da die Blätter nun beginnen sich gelb zu färben und mit dem ersten Frost sowieso absterben, habe ich behutsam einige Zweige ihrer Blätter beraubt, um eine Färbung auszuprobieren, auf die ich im Buch von Eberhard Prinz stieß. Da er keine Mengenangabe gemacht hat und ich knapp über 400g Blätter abgezupft hatte, färbe ich mit 400%.


Und das Gelb im Topf sieht sehr vielversprechend aus. Die Blätter hatte ich bereits seit Sonntag eingeweicht.

Färbung mit frischen Feigenblättern

Nachdem ich meine kleine Tochter in den Kindergarten gebracht hatte, erntete ich heute morgen den letzten blühenden Rainfarn auf der Wiese neben dem Kindergarten. Ich habe ihn bereits klein geschnitten und im Topf eingeweicht. Gefärbt wird damit dann morgen.

Rainfarn


Die Dahlien blühen immer noch. Die Blüte oben ist (natürlich nicht allein, sondern mit ganz vielen Geschwistern) für das leuchtende Orange unten verantwortlich.


19. August 2013

Meinen morgendlichen Glückskick . . .


. . . verschaffte ich mir mit der Ernte dieser herrlichen in Blüte stehenden Goldrutenzweige (oder sagt man Stängel? Ganz korrekt wären wohl von Kraut zu sprechen). Sigrun gab mir den Tipp, dass es in einem Gewerbegebiet in der Nähe reichlich Solidago zu ernten gibt. Ich fand eine Brachfläche, auf der neben Solidago auch Rainfarn in Hülle und Fülle und Schafgarbe wächst. Da ich Schafgarbe und Rainfarn bereits als Trockensträuße im Schuppen hängen habe, begnügte ich mich zunächst mit der wunderschönen Goldrute und werde meinen letzten Urlaubstag in ihrer lieblichen Gesellschaft verbringen, indem ich ihr Gelb auf Wolle banne.

Gestern auf der Rückreise von einem Besuch bei den Schwiegereltern in Süddeutschland hatte mich ihr Anblick dort überall entlang der Autobahn schon nervös gemacht (sowas können wohl nur Pflanzenfärber verstehen) ;-). 

So, und nun ran . . .



200 g Blätter und Blütenstände

Da der Strauß so üppig ausfiel, erlaube ich mir den Luxus ausschließlich die Blütenkronen und die Blätter zu verwenden. Zum Abstreifen der Blätter und auch bei der Ernte empfehle ich unbedingt Handschuhe zu tragen. Die Goldrute ist zwar ein Heilpflanze, verfügt aber auch über Allergiepotential. Aus diesem Grund findet diese Färbung bei mir draussen, bzw. im Gartenschuppen statt. In das Sieb oben passen 200 g Blätter und Blüten. Ich habe insgesamt 824 g Blätter und Blüten im großen Einkochtopf im Schuppen angesetzt. Übrig bleiben nur diese Stängel.


Nachtrag zum Thema Allergiepotential: Auf dieser Seite des Bundesamtes für Naturschutz findet sich der Hinweis, dass die Goldrute vermutlich zu Unrecht unter dem Verdacht steht, über hohes Allegiepotential zu verfügen, da sie zeitgleich mit Ambrosia-Arten blüht.

6. August 2013

Heute gibt es Blütensüppchen . . .


. . . mit genau diesen Zutaten ;-)
Man nehme 400 g Dahlienblüten . . . und warte ab, was passiert. Alle Blüten, auch wenn sie auf den ersten Blick nicht so aussehen, sind erprobte Orangefärber.


Dieser üppig blühenden Kaktusdahlie, die als Knolle aus dem Garten meiner Schwiegermutter zu mir kam, hätte ich das leuchtende Orange, das sie neulich auf einem Teststrängchen hinterlassen hat, gar nicht zugetraut. Umso mehr habe ich mich gefreut, denn bei dieser Blütenform kommt einiges an Masse zusammen.

31. Juli 2013

Blick in meine Färbetöpfe


Die Dahlien in meinem Garten geben nun ihr Bestes. Die Blütenpracht ist unbeschreiblich und ich kann endlich so viele Blüten ernten, dass ich Testfärbungen mit gleichen Blüten machen kann.
Knalliges leuchtendes Orange auf Wolle liefern diese Riesenblüten.


 Heute morgen konnte ich zwei davon abschneiden, hier von C. präsentiert.




Zuverlässig und noch tiefer orange färben diese Blüten. Allerdings muss man lange sammeln (und einfrieren), um auf die benötigte Menge für eine reine Färbung zu kommen. Ich habe in diesem Jahr 7 Pflanzen davon am Start. Ich bin froh, dass fast alle meiner Dahlienknollen den Winter überstanden haben, auch wenn es zunächst nicht so aussah und es Wochen dauerte, bis endlich Augen erschienen. Ich habe auch ein paar neue Dahlien in meinem Garten auf deren Farben ich sehr gespannt bin und die ich euch bei Gelegenheit vorstellen werde.


Bei Dahlienfärbungen bin ich absolut prozessorientiert. Ich liebe es die Blüten mit heissem Wasser zu überbrühen und zu sehen, wie sich sofort die Farbe aus den Blüten löst und den Sud orange färbt.
Ich bin sicher, auch das Ergebnis wird sich sehen lassen können. Ich freue mich drauf.



23. Juni 2013

Mein kunterbunter Färber- und Gemüsegarten


Zugegeben, aufgeräumt ist er nicht, mein Garten, dafür aber größer als bisher, denn ich konnte ein Stück Erde dazu pachten. Es viel zu entdecken, wenn man genauer hinsieht. Nach den letzten Regentagen wächst nicht nur das Wildkraut, Melde z.B., die regelmäßig beerntet und gegessen wird, sondern auch zarte Grünspargelpflänzchen (Hoffnungsträger für die erste Ernte 2016), Dahlien, Königskerzen, Färberwaid, Färberkamille, Mangold in vielen Farben, Erdbeeren, Kartoffeln, Zucchini, Rhabarber (heute den letzten Kuchen backen? Johanni ist Ernteschluss), Rauke, Tagetes, Johannisbeeren . . .

Die Mädchen haben grade Beeren geerntet und ich freue mich auf Joghurt mit Früchten.

Im Hintergrund  die Heckenblutbuche für Grünfärbungen


Waidsamen reifen heran, im Vordergrund blüht die Salatrauke . . .

diese Dahlie wird bronzefarbene Riesenblüten hervorbringen

 . . . und hier die ersten Dahlienknospen für künftige Orangefärbereien.


Es stürmt und regnet immer wieder, aber mich zieht es hinaus, um meine Färberkamille zu beernten.

Eingang zum "Büro" der Stockumer Wollwerkstatt



der "Raubritter" vor dem Gartenschuppen


Nun habe ich meine Färberkamillenblüten geerntet, in einem Edelstahlschüsselchen mit kochendem Wasser überbrüht, das selbe mit den Blüten meiner 4 rotblühenden Topfdahlien in einem anderen Edelstahlschüsselchen getan und . . . voilá . . . ein Strang Lacegarn bekennt Farbe.


Bei dem Wind heute trocknet auch endlich die widerspenstige Seide, die ich am Freitag mit getrockneten Blutpflaumenblättern von letztem Jahr gefärbt habe.


14. Mai 2013

Ich umschlich ihn lange und . . .



. . . konnte dann knapp 200 g der rötlichen Triebspitzen ernten und färbte damit einen Strang Lacegarn in zwei Farbzügen. Dieses Garn hat die Farbe erfreulich intensiv angenommen.
Den würde ich gern behalten, aber er wandert erst mal in die Kiste fürs Museums-Garten-Fest im Juli. 
Färbungen wie diese sind ideell immer besonders wertvoll, denn so eine Salbeipflanze wächst erstmal Jahre heran, bis man sie auf diese Weise abernten kann. Zwei meiner Stecklinge haben den langen Winter überstanden und ich hoffe, dass sie mir im nächsten Jahr eine reiche Ernte ermöglichen.
Jetzt freue ich mich auf weitere Grünfärber, wie die Blutbuche.

Purpursalbei
Blutbuche

15. August 2012

Färbepower in einer Blüte


Mittlerweile hat diese Traumblüte einen Durchmesser von 20 cm erreicht, eine zweite blüht und die Dahlie hat reichlich Knospen. Das tröstet mich darüber hinweg, dass die orangen Pompondahlien entweder den Winter nicht überstanden haben oder den Schnecken zum Opfer fielen. So eine Blüte bringt mindestens 30 g auf die Waage. Ich werde sie "ernten" sobald die äußeren Blätter welken, um meine Farbabenteuer weiter zu treiben. Man sieht es ihr nicht sofort an, aber diese Blüte hat eine enorme Färbekraft. Ich werde euch das Ergebnis präsentieren.


Ebenso erfreuen mich die Hokkaidokürbisse und ihre Blüten. Frisch aus dem Garten schmecken sie unschlagbar gut -  mild, nussig, ein wenig wie Eßkastanien (durch unsachgemäße Lagerung nehmen Kürbisse leicht einen muffigen Geruch an, deshalb vorm Kauf gründlich dran schnuppern).
Ich schneide sie mit Schale in Spalten (wie Melonen), pinsele sie mit Olivenöl ein, bestreue sie mit Rosmarin, ein wenig Salz und ab in den Ofen. Serviert mit einer Creme aus zerdrücktem Feta mit Joghurt verrührt - köstlich.